Jolanta Switajski Bildhauerin
 Jolanta Switajski         Bildhauerin

Jolanta Switajski                     Bildhauerin

 

Mit ihrer Entscheidung für Holzplastik greift sie auf eine jahrtausendealte Tradition zurück – schon in der Steinzeit gestalteten im mittelmeerisch-europäischen Raum die Menschen Idole aus diesem Material, aus der Zeit der Hochkultur des alten Ägypten sind zahlreiche Arbeiten von äußerst hoher Qualität erhalten, viele davon wie die Dienerfiguren waren Grabbeigaben; einen außerordentlichen Aufschwung nahm die sakrale Holzplastik im Mittelalter besonders in Deutschland; seit dem Klassizismus setzte schließlich ein Verfall der Holzplastik ein, sie überlebte im Wesentlichen nur in der volkstümlichen Kunst bis dann um 1900 ein neuer Aufschwung dadurch entstand, dass Künstler
wie Gauguin, Picasso oder auch die deutschen Expressionisten wie Kirchner und Schmidt-Rottluff durch die Bekanntschaft mit außereuropäischer Holzplastik etwa aus Afrika oder Ozeanien angeregt wurden, mit der klassischen Überlieferung zu brechen.
Verharrte Jolanta Switajski mit ihrer Malerei noch im Unbestimmten des Informel, so kam sie mit ihren bildhauerischen Arbeiten rasch und entschieden zur Figuration. Ihre bildhauerische Arbeit wurzelt in einer grundsätzlich antiklassischen Auffassung; nicht artifiziell verfeinert, sondern mit nicht selten ungeschlachter und fast brutaler Rohheit kommen die Figuren dem Betrachter entgegen und entfalten so eine elementare Ausdruckskraft. Blockhaft, authentisch, expressiv – im Verzicht auf eine individuelle Ausformung von Antlitz und Körper ihrer Figuren schafft die Künstlerin gleichsam Archetypen menschlich existentieller Situationen. Die Gruppenkonstellationen, die sie immer wieder entwickelt, drücken etwas von der Kraft aus, die im sozialen Miteinander steckt: Schutz – Bewahren des Lebens – Anklage – Aufschrei – Widerstand. Sie zeigen ganz augenfällig die Basis ihrer künstlerischen Arbeit als Bildhauerin: ein zutiefst humanitäres Denken.                                                                                                                                                                                           Text: Monika Spiller / Überlingen. Kunsthistorikerin

 

 

 © Copyright Bonn 2017